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Der Halbmarathon

Jetzt wird es ernst – und richtig schön. 🏅

Wochenlang hast du trainiert, gut gegessen und geduldig auf diesen Tag hingearbeitet. Jetzt geht es darum, dass du am Renntag ausgeruht, satt und voller Energie an der Startlinie stehst. Die gute Nachricht: Ernährungstechnisch musst du nichts Verrücktes tun. Du machst einfach das Bewährte – nur ein bisschen bewusster.

Die Woche davor​

In der Wettkampfwoche wird das Training weniger, das nennt sich Tapering. Weil du weniger verbrennst, brauchst du auch nicht plötzlich riesige Mengen zu essen. Ein sanftes „Auffüllen" der Kohlenhydratspeicher in den letzten zwei bis drei Tagen reicht völlig.

Die wichtigste Regel für die ganze Woche: Probier nichts Neues aus. Kein exotisches Restaurant am Vorabend, kein neues Gel, das du noch nie getestet hast. Bleib bei dem, was dein Magen kennt und gut verträgt.

  • Iss über die letzten Tage etwas mehr Kohlenhydrate: Pasta, Reis, Kartoffeln, Brot.
  • Trink über den Tag verteilt ausreichend, damit du gut hydriert an den Start gehst.
  • Geh es mit blähenden Lebensmitteln (viele Hülsenfrüchte, sehr viel Rohkost) am Tag davor lieber ruhig an.

Der Abend davor​

Das berühmte Nudel-Essen vor dem Rennen ist kein Mythos, sondern eine gute Idee. Eine vertraute, kohlenhydratreiche Mahlzeit füllt die Speicher und liegt nicht schwer im Magen. Eine Pasta mit Hähnchen oder eine schlichte Pesto-Pasta sind perfekt.

  • Iss nicht zu spät und nicht bis zum Platzen – angenehm satt reicht.
  • Halte die Sauce eher fettarm, das ist bekömmlicher.
  • Ein Glas Wasser mehr als sonst schadet nicht, literweise trinken aber auch nicht.
Coach-Tipp

Der häufigste Anfängerfehler am Vorabend ist, aus Nervosität komplett zu überessen oder etwas ganz Neues zu probieren. Beides rächt sich am nächsten Morgen. Iss das, was du auch nach deinen langen Läufen im Training gegessen hast – dein Magen wird es dir danken.

Das Frühstück am Renntag​

Steh früh genug auf, damit zwischen Frühstück und Start etwa zwei bis drei Stunden liegen. So hat dein Körper Zeit zu verdauen. Iss leicht Verdauliches mit vielen Kohlenhydraten und wenig Ballaststoffen und Fett.

Gut geeignet sind zum Beispiel:

  • ein Apfel-Zimt-Porridge oder ein anderes vertrautes Porridge
  • Weißbrot oder Toast mit Honig oder Marmelade
  • eine reife Banane

Trink dazu in Ruhe etwas Wasser oder einen kleinen Kaffee, wenn du das gewohnt bist. Auch hier gilt: nur das, was du kennst.

Während des Rennens​

Bei einem Halbmarathon musst du kein aufwendiges Verpflegungssystem fahren – aber ein bisschen Nachschub hilft, gerade wenn du länger als etwa 90 Minuten unterwegs bist.

  • Trinken: Nimm an den Verpflegungsstellen ein paar Schlucke Wasser oder ein Elektrolytgetränk. Trink nach Durst, nicht bis zum Schwappen.
  • Kohlenhydrate: Ab etwa 60 bis 75 Minuten kannst du zusätzliche Energie gebrauchen – ein Gel oder ein Stück Banane. Wichtig: Nur nehmen, was du im Training schon getestet hast.
  • Elektrolyte: An warmen Tagen und wenn du stark schwitzt, hilft ein Elektrolytgetränk gegen den Salzverlust.
Wusstest du schon?

Deine Kohlenhydratspeicher (das Glykogen) reichen grob für 60 bis 90 Minuten intensive Belastung. Bei einem Halbmarathon kratzt du also je nach Tempo genau an dieser Grenze – deshalb kann ein Gel oder eine Banane auf der zweiten Hälfte den Unterschied zwischen „läuft" und „Wand" ausmachen.

Danach​

Geschafft. Jetzt darfst du feiern – und deinem Körper geben, was er zum Erholen braucht.

  • Trinken: Gleich nach dem Ziel in kleinen Mengen Wasser oder ein Elektrolytgetränk.
  • Kohlenhydrate plus Eiweiß: Die Kombination füllt die Speicher und startet die Regeneration. Ein Recovery-Smoothie ist perfekt, wenn dir feste Nahrung noch zu viel ist. Später darf es dann ein richtiges Essen sein.
  • Genießen: Ja, auch das Feierabendbier oder das Stück Kuchen im Zielbereich sind völlig okay. Du hast es dir verdient.

Zwei Checklisten für den Kopf​

Damit im Trubel nichts untergeht, hier zwei Listen zum Abhaken – eine für die Woche, eine für die Tasche am Renntag.

Wettkampfwoche
Wettkampf-Tasche
Coach-Tipp

Pack deine Tasche am Abend vorher, nicht am Renntag. Morgens bist du aufgeregt und vergisst leicht etwas. Wenn alles schon bereitliegt, sparst du dir Stress und kannst dich ganz auf den Lauf freuen.


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